Entschädigung

Ab 2021 können Anträge zur „Anerkennung des Leids“ gestellt werden.

Im Jahr 2019 wurde zwar von einer eigens von der katholischen Kirche eingerichteten Arbeitsgruppe Vorschläge für eine angemessene Entschädigung für Missbrauchs-Betroffene ausgearbeitet. Die Vorlage der Experten, ausgearbeitet auch mit Unterstützung von Betroffenen, wurde zunächst gut geheißen – Missbrauchs-Beauftragter Ackermann, der bei der Ausarbeitung anwesend war, sagte eine Umsetzung zu. Die Höchstsumme sollte 300.000 € betragen. Doch diese Vorlage wurde sehr schnell wieder kassiert. Die Kirche zieht es vor, nicht moralische Maßstäbe für eine Entschädigung zugrunde zu legen, sondern sich am weltlichen Recht zu orientieren.

Wir wissen noch sehr wenig über die Modalitäten für die nunmehr erweiterte „Anerkennung des Leids“, aber sie sollen für jedes Bistum die Gleichen sein. Die Gremien, die über Anträge entscheiden werden, müssen noch gebildet werden. Die Kriterien, nach denen die Höhe der Zahlung festgelegt werden, sind nicht bekannt. Die Höchstsumme beträgt 50.000 €. Antragsberechtigt sind alle Geschädigten der katholischen Kirche. Die evangelische Kirche arbeitet derzeit noch an einem Konzept.

Uns ist wichtig, hier Transparenz anzumahnen und auch zum Schaffen von Transparenz beizutragen. Da es wieder die Institution sein wird, die entscheidet, bedeutet das, erneut dem Gut- (oder Schlecht-)Dünken der Institution ausgesetzt zu sein. Wir denken, dass das mit gegenseitiger Unterstützung besser durchzustehen ist.

Hier gibt es wichtige Informationen über das Verfahren:

http://betroffeneninitiative-hildesheim.de/index.php/antraege